Freimaurerloge Roland Nr. 489 i. Or. Hamburg

Weiterentwicklung des Hospiz-Pflegemodells

Im Rahmen der Partnerschaft mit dem Hospiz am Israelitischen Krankenhaus hat die Stiftung der Freimaurerloge ROLAND wieder die diesjährigen Teamtage des Pflegeteams unterstützt. Die Teamtage sind ein wichtiges Instrument zur kontinuierlichen Weiterbildung und -entwicklung des bereits sehr professionellen Pflegeteams. Im Frühjahr 2025 stand ein besonderes Thema auf der Tagesordnung der Teamtage: ein neues Pflegemodell, auf das die Hospizarbeit umgestellt werden sollte.

Pflegemodelle sind theoretische Ansätze, die helfen, professionelle Pflege beschreiben und erklären zu können. Die meisten Modelle haben bislang jedoch einen kurativen Ansatz, das bedeutet, sie sind für Menschen konzipiert, bei denen von einer Heilung ausgegangen werden kann. Daher sind sie für die Pallativpflege eigentlich nicht adaptierbar bzw. können den Bedürfnissen der Hospizgäste nur bedingt gerecht werden. Das neue Modell für die palliative Pflegearbeit im Hospiz am Israelitischen Krankenhaus stellt die Bedürfnisse des Menschen in seiner letzten Lebensphase in den Mittelpunkt. Allerdings haben Menschen verschiedene Bedürfnisse in unterschiedlichen Erlebensbereichen und diese können sogar von Tag zu Tag wechseln. Sie herauszufinden und zu -fühlen, ist die Aufgabe des Pflegeteams. Das bedeutet sehr viel Erfragen und Beobachten der Menschen. Das Erleben des Betroffenen ist dabei entscheidend. Im Blick zu behalten sind dabei immer die Aspekte „Würde“, „Autonomie“, „Selbstbestimmtheit“ und „Ressourcen“. Wenn sich die pflegerische Handlung stark an den Erlebensbereichen des Gastes orientiert, ist man auf einem guten Weg, sein Wohlbefinden zu erhalten und gegebenenfalls zu fördern.

„Den sterbenden Menschen als Experten seiner eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen, bedeutet vor allem die Akzeptanz der Individualität, Ganzheitlichkeit und Einzigartigkeit.“

Neben dem Gast selbst sind es seine An- und Zugehörigen, also seine Familie und andere Bezugspersonen, die unbedingt mit ins Boot zu holen sind, d.h. Palliativarbeit ist auch viel Beziehungs- und Kommunikationsarbeit.

Im Rahmen der Teamtage wurde das neue Modell anhand eines wissenschaftlich erarbeiteten theoretischen Leitfadens von einer sehr erfahrenen Expertin und Seminarleiterin vorgestellt und gemeinsam eingeübt. Der aufgezeigte Bezugs- oder Handlungsrahmen gibt dabei keine normativen Strukturen vor, sondern eröffnet Räume, die es ermöglichen, dem Sterbenden in der konkreten Pflegehandlung situativ, individuell, flexibel und intuitiv zu begegnen.

Die Teamtage in der wunderschönen Umgebung des Elsa Brändström Haus in Hamburg-Blankenese waren wieder sehr inspirierend und haben dem Pflegeteam neue Wege aufgezeigt, die Arbeit im Hospiz noch professioneller und auch individueller zu gestalten. Der persönliche Erfahrungsschatz und die offene Art der Seminarleiterin sowie das verständliche und praxisnahe Konzept begeisterten die Pflegeteammitglieder sofort. „Alle Kolleginnen waren schwer angetan“, erzählt die stellvertetende Pflegedienstleitung. „Die Tage haben einen Riesenmotivationsschub gegeben!“